Naturtherapie Exist


Ich bin Leben inmitten von Leben, das leben will.

(Albert Schweizer)

Die Naturtherapie Exist ist ein erlebensorientiertes Psychotherapieverfahren, in dem der Erlebensraum Natur in die Therapie einbezogen wird und eine ganz zentrale Rolle spielt.

Besonders hilfreich ist dieser Ansatz, wenn Stärkung und Regeneration angezeigt sind - so zum Beispiel bei Burnout und anderen stressbedingten psychosomatischen Problemen. Naturtherapie Exist kann auch symptomlindernd bei depressiven Zuständen sein, weil sie den Zugang zur eigenen Lebendigkeit und Le­benskraft fördert, die Erlebensfähigkeit stärkt und Ressourcen aktiviert. Sie ist sehr unterstützend für Men-schen in Entwicklungs- und Übergangskrisen sowie in Phasen der Neuorientierung, weil sie Prozesse der Selbsterkenntnis und Selbstentwicklung fördert und damit das Selbst stärkt.

 

Äußere und innere Natur

Draußen in der Natur sind wir umgeben von Vielfalt und Lebendigkeit Sie bietet eine unerschöpfliche Fülle an Möglichkeiten, sie mit allen Sinnen zu erleben. Es gibt jedoch nicht nur die Natur „da draußen“, sondern auch wir Menschen sind Natur. „Unsere Idee ist, dass das, was wir Natur nennen, sowohl dort draußen wie auch in uns selbst wirkt.“  (Wernher Sachon, Begründer der Schule für Naturtherapie (Exist). Diese Tatsache ist von zentraler Bedeutung für die Naturtherapie Exist.

 

Natur als Spiegel

Die Natur ist ein bewertungsfreier Raum, der uns einlädt mit allem da zu sein, was hier und jetzt gerade in uns ist. Wenn wir offen und „durchlässig“ für das Erleben der äußeren Natur sind, dann berührt sie uns auch von innen. Wir werden offener für unsere innere Natur, für das Lebendige in uns, für uns selbst. Über das Phänomen der Resonanz können wir die Natur deshalb als Spiegel unserer Seele, ihrer Themen und Befind-lichkeiten erleben: Das, was uns draußen auffällt, interessiert oder berührt, hat mit uns selbst zu tun. Es ist so, als ob die Natur ein Echo in uns erzeugt, sodass wir über den „Umweg“ des Erlebens der äußeren Natur auch unser Inneres erleben. Vielleicht spüren wir zum Beispiel beim Erleben der sich öffnenden Knospen im Frühling die gleiche drängende Energie in uns.

  


Die Natur im Außen kann jedoch nur dann spiegeln, was im Innen ist, wenn wir „durchlässig“, also offen und empfänglich für sie und auch für uns sind. Vielen Menschen fällt es grundsätzlich schwer, in diese Haltung zu kommen, weshalb sie es meist erst wieder üben müssen. Deshalb beginnt naturtherapeutisches Arbeiten oft erst einmal mit Sinnes- und Körperübungen, mit Übungen zum „Runterkommen“ und zum Erden. Erst wenn wir dadurch wieder empfänglicher für das geworden sind, was uns im Außen begegnet und für das, was sich im Innen bewegt, ist Resonanz möglich und können wir uns selbst gut spüren.

 

Das draußen In-Bewegung-Sein macht auch innerlich beweglicher, sodass es uns dort oft leichter gelingt, unsere eigene Lebendigkeit zu spüren, die Perspektive zu wechseln und Neues zu wagen.

  

Naturtherapie fördert die Lebenskraft und Entwicklung

Jeder Mensch hat die natürliche Tendenz zum Gesundsein und Gesundwerden in sich. Das therapeutische In-der-Natur-Sein mobilisiert und fördert diese Lebenskraft und stärkt damit die Selbstheilungskräfte: Die ganz natürlichen Prozesse der Heilung und Gesundung sowie der Entwicklung und Selbstgestaltung können wieder in Gang kommen und werden gestärkt.   

 

So wie eine Eichel die Möglichkeit in sich trägt, zu einer großen Eiche heranzuwachsen und das im Frühling noch eingerollte Farnblatt darauf wartet, sich zu entfalten, so gibt es auch in uns Etwas, das sich entwickeln will: Unser „Selbst“ ist ein kontinuierliches Werden, das inneren Raum braucht - und manchmal auch Unterstützung.

 

Als Naturtherapeutin liegt es mir deshalb besonders am Herzen,  die (Wieder-)Gewinnung Ihrer seelischen Freiräume zu fördern und Prozesse der Selbsterkenntnis sowie der Entwicklung und Entfaltung Ihres Selbst zu unterstützen.

 

Unterwegs als „gemeinsam Reisende“

Naturaufenthalte wirken grundsätzlich positiv auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Ihre eigenen Erfahrungen in der Natur können ihre verändernde und heilsame Wirkung im therapeutischen Sinne jedoch erst dann richtig entfalten, wenn sie im therapeutischen Nachgespräch erzählt, gespiegelt und vertieft werden. In diesem Prozess sehe ich mich als empathische Begleiterin und uns beide als „gemeinsam Reisende“ (Irwin Yalom).

 

Ich unterstütze Sie dabei, in der Nacharbeit nochmal in Ihr Erleben in der Natur einzutauchen, ihre Erfahrungen zu erforschen und zu vertiefen und den Bedeutungsgehalt darin zu verstehen. Vielleicht kommt dabei noch etwas Neues zum Vorschein und ins Bewusstsein. Vielleicht entstehen neue Blickwinkel auf alte Themen oder neue Klarheit. Ganz besonders interessieren uns dabei solche Erfahrungen, in denen sich Aspekte Ihres Selbst zeigen, die im Lebensalltag zu kurz kommen, verloren gegangen sind oder verdrängt wurden – warum auch immer.

 

Ich unterstütze Sie darin, Ihren neuen Erfahrungen einen Platz zugeben und diese damit zu integrieren und zu bewahren. Wir verabschieden das Überholte und begrüßen das Werdende.

 

Methoden und Instrumente der Naturtherapie

Entweder flechte ich kürzere naturtherapeutische Einheiten in die laufende Gesprächstherapie ein oder aber die Naturtherapie steht ganz im Zentrum unserer therapeutischen Zusammenarbeit – je nachdem wie es sinnvoll erscheint und wie es von Ihnen gewünscht wird. 

 

Folgende Bausteine sind in der naturtherapeutischen Arbeit draußen von Bedeutung:

  • Übungen aus dem Sensory Awareness (zum Lauschen, Riechen, Betrachten…), Übungen aus der Leibarbeit (zum Beispiel des Gehens oder Atmens) sowie Übungen der Erdung, um offener für die äußere Natur und für unsere innere Natur zu werden.
  • Freie Naturerfahrungen, Streifzüge durch die Natur - frei von konkreten Zielen und Erwartungen, mit oder ohne Fokus auf konkrete Themen. Besonders in diesem  Rahmen können wir die Natur als Spiegel unserer Seele erfahren.
  • Rituelles Arbeiten, zum Beispiel in Übergangs- und Neuorientierungsphasen des Lebens.
  • Kreatives Arbeiten mit Naturmaterialien um dem inneren Erleben einen Ausdruck zu geben.

 

 

 

Übrigens: Mein Vortrag „Von Schmetterlingen und Menschen – naturtherapeutische Betrachtungen“ [Dateidownload 0,4 MB] wirft ein Licht auf „Wandelzeiten“ in unserem Leben.  

 

Informationen zum naturtherapeutischen Arbeiten speziell mit Kindern bekommen Sie auf meiner zweiten Website www.in-der-natur-sein.com und in meiner Veröffentlichung „Natur als Entwicklungs- und Therapieraum für Kinder“ [Dateidownload 0,6 MB]. 

 

Mehr zum Hintergrund und zur Wirkungsweise der Naturtherapie Exist erfahren Sie auf der Website der Exist-Schule für Naturtherapie

 

Naturtherapie Exist und Waldbaden

Noch eine kleine Anmerkung: Naturtherapie Exist und Waldbaden sind nicht das Gleiche!

„Shinrin Yoku“ ist japanisch und bedeutet „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“ (kurz „Waldbaden“). Es ist in Japan und Korea seit Jahrzehnten wegen seiner positiven Wirkung in der Stressprävention, in der Erholung und bei Heilungsprozessen fester Bestandteil des Gesundheitswesens und ist in den letzten Jahren auch bei uns bekannt geworden. Hier steht die grundsätzlich wohltuende, gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes im Mittelpunkt.

Waldbaden und Naturtherapie bedienen sich zum Teil zwar ähnlicher Elemente. Als ein Verfahren der Psychotherapie hat die Naturtherapie Exist jedoch vor allem den Fokus darauf das Selbst zu stärken, indem sie Prozesse der Selbsterkenntnis, Entwicklung, Entfaltung und der Heilung des Selbst unterstützt.

 

  

 

Informationen zu meinem naturpädagogischen Angebot finden sich unter www.In-der-Natur-sein.com